Vom Kopfarbeiter …
Angefangen habe ich als Soziologe, weil es mich interessiert, was Menschen formt und antreibt und wie sie zusammen leben. Das hat mich zuerst zum Kopfarbeiter gemacht und meinen analytischen Blick auf alles Menschliche geschärft – davon profitiere ich auch heute, wo sich mein Interesse an Menschen auf die therapeutische Arbeit mittels Tanz überträgt.
… zur Körperarbeit: Tanz und Improvisation
Tanz und Improvisation haben mir erst viel später gezeigt, wie sehr die Kopfarbeit den Körper übergeht und unser Körper die Basis und das Medium ist von allem, was wir tun und sind. Durch den Tanz konnte ich lernen, meinen Körper neu zu spüren, mich von der Welt um mich neu berühren zu lassen und neuen Ausdruck zu finden.
Für mich war und ist das eine sehr heilsame Erfahrung und zugleich ein wesentliches Element von Tanztherapie, das ich als Tanztherapeut gerne anderen zugänglich machen möchte. Deswegen habe ich mich zum Leiter für therapeutischen Tanz (DGT) ausbilden lassen und bilde mich gegenwärtig weiter zum Integrativen Tanztherapeuten DGT®.
Mein Selbstverständnis
Als Tanztherapeut ist es mir wichtig, eine tragfähige Beziehung aufzubauen, die auf wechselseitigem Respekt und Wertschätzung beruht. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist, Menschen dabei zu begleiten, Ihr Leben zu erkunden und sie zu unterstützen, es so zu verändern, wie es gut für sie ist. Therapie ist, wie Tanz, Kommunikation.
Ich sehe meine Rolle u.a. darin, Klient*innen auf einer Reise entlang der Dinge, die ihr Leben prägen, zu begleiten und im Austausch gemeinsam auf diese Dinge zu schauen.
Als Soziologe interessiere ich mich immer auch nicht nur für individuelle sondern auch gesellschaftliche Ursachen. Ich möchte Menschen dabei begleiten und sie unterstützen, einen Umgang mit individuellen und gesellschaftlichen Bedingungen zu finden.
Vielfalt und Inklusion
Auf Basis meiner eigenen queeren Erfahrung ebenso wie meiner Arbeit zu Rassismus, Geschlecht und Sexualität, Behinderung und Inklusion bemühe ich mich um eine vielfaltsbewusste Praxis auch durch fortwährende Reflexion meiner in mancher Hinsicht privilegierten Position. So möchte ich einen Beitrag leisten, therapeutische Angebote mit zu entwickeln, die Menschen im Umgang mit gesellschaftlichen Strukturen stärken, statt diese mit zu zementieren.
Was Klient*innen und Workshopteilnehmende sagen:
Jochen öffnet und hält in seinen Workshops einen besonderen Raum. Dort darfst du mit deiner Einsamkeit sein. Ich habe gelernt, mit meiner Einsamkeit mich selbst mehr anzunehmen. Dafür bin ich Jochen sehr dankbar.
SteffenDie Art von Jochen ist unglaublich achtsam und liebevoll. Fühle mich absolut sicher und geborgen in seinen Seminaren und Workshops und es geschieht tiefe Heilung von alten Verletzungen.
Ocean DavidIn den Workshops bei Jochen entsteht ein Raum, der es ermöglicht, sich Selbst und den Menschen drum herum, auf eine neue Art zu begegnen. Ich entdecke immer wieder neue Aspekte, was sich leicht und befreiend anfühlt. Seine Arbeit berührt mich tief.
RalfThe loneliness workshops, led by Jochen, helped me to dig into the topic and understand the root cause of the issue. I was able to reflect on myself and find inner peace.
MichalVon all' den schönen Zugangsmöglichkeiten bleibt mir bis heute die plötzliche Wahrnehmung von in meinem Körper eingeschriebenen 'Einsamkeits-Erinnerungen' in der freien Bewegung im Raum, mit den anderen in der Nähe.
AngelaBei den Einsamkeits-Workshops habe ich Offenheit und freundliche Verbundenheit erleben können.
JürgenStationen und Qualifikationen
- seit 2023 Tanztherapeut am Königin Elisabeth Herzberge Krankenhaus, Berlin
- 2023 Mitorganisation des Forschungstages Tanztherapie an der MSH-Hamburg.
- Hospitationen und Urlaubsvertretungen an verschiedenen Kliniken in und außerhalb Berlins
- 2021 Heilpraktiker beschränkt auf Psychotherapie
- seit 2020 Weiterbildung zum integrativen Tanztherapeuten DGT®
- 2018-2021 Ausbildung zum Leiter für therapeutischen Tanz, DGT
- 2012 Promotion in Soziologie, Universität Leipzig
Referenzen
- Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, Berlin
- Theodor Wenzel Werk, Berlin
- Schön Klinik Roseneck, Prien
- We Are Village, Berlin
- Akademie Waldschlösschen, Reinhausen bei Göttingen
- Deutsche AIDS-Hilfe, Berlin
- Weiterqualifizierung im Bildungsbereich e.V., Potsdam
- Humboldt Universität zu Berlin
- Universität Potsdam
Die Workshops waren für mich wirklich etwas Besonderes. Ich hatte das Gefühl, mir selbst ein Stück näher zu kommen.
Tomas